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Freitag, 27. Februar 2015

Projekt Atomendlager in Beringen *** Erleichterung aber noch keine Entwarnung



Erleichterung aber noch keine Entwarnung

Am 30. Januar 2015 hat das Bundesamt für Energie den Einengungsvorschlag der Nagra für mögliche Standortregionen für ein Atomendlager vorgestellt. Dass der Südranden nicht in die engere Auswahl gekommen ist, wird vom Gemeinderat Beringen mit Erleichterung begrüsst. Einige Fragezeichen bleiben allerdings.


Als das Bundesamt für Energie (BFE) Ende Januar den sogenannten 2x2-Vorschlag der Nagra präsentierte, war die Überraschung gross. Mit der Einschränkung auf zwei Regionen – einzig Zürich Nordost und Jura Ost sollen als Standorte sowohl für hochradioaktive wie mittel- und schwachradioaktive Abfälle vertieft untersucht werden – hat die Nagra eine unerwartet radikale Einengung vorgenommen. 

Die damit verbundene Zurückstellung des Südrandens mit dem direkt an unsere Gemeinde angrenzenden Areal Brentenhau als Oberflächenstandort nehmen wir positiv zur Kenntnis. Die für weitere Jahre drohende Verunsicherung, als potenzielle Anliegergemeinde eines Endlagerstandorts zu gelten, ist damit fürs Erste gebannt. Selbst wenn ein minimales Risiko besteht, später wieder in den Prozess aufgenommen zu werden, kommt die Zurückstellung einer Standortregion faktisch einem Ausschluss gleich.

Die Erleichterung des Gemeinderates ist gross. Die Freude wird allerdings von der Sorge getrübt, dass die wenige Kilometer entfernte Region Zürich Nordost nun noch stärker in den Fokus rückt. Die Problematik verschwindet also keineswegs aus unserer Region.


Von der Haustür in den Vorgarten

Die Betroffenheit unseres Dorfes hat sich zwar abgeschwächt, Anlass sich bequem zurückzulehnen, besteht noch nicht. Schliesslich enden die Interessen der Region nicht an der Kantonsgrenze. 

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen eines Atomendlagers im Weinland hätten zweifellos Konsequenzen auf die ganze Region und damit auch auf uns.

Die positiven Gefühle sind somit von einer gesunden Portion Skepsis begleitet, zumal sich abzeichnet, dass die betroffenen Kantone Zürich und Aargau nicht bereit sind, die Nagra-Vorschläge ohne weiteres zu akzeptieren. Sie verlangen zu Recht transparent und nachvollziehbar zu erfahren, wie diese radikale Einengung begründet ist. 

Das kritische Studium der tausende Seiten umfassenden Unterlagen und die daraus resultierenden Diskussionen werden in den nächsten Wochen und Monaten die Öffentlichkeit noch intensiv beschäftigen. Unter diesen Umständen erscheint eine Entwarnung für den Südranden vielleicht voreilig. Wir verstehen die Zurückstellung dennoch als ein gutes Signal für die direkt betroffenen Gemeinden.

Das darf uns aber nicht davon abhalten, unseren Blick künftig aufs Weinland zu konzentrieren, wo wir die Regionalkonferenz Zürich Nordost aktiv unterstützen können. Nur gemeinsam ist die Region stark genug, um eine Standortwahl zu verhindern, die möglicherweise nicht allein von Sicherheitsüberlegungen gelenkt wird, sondern auch von finanziellen und politischen Überlegungen. Die Risiken eines geologischen Tiefenlagers haben sich bei Lichte betrachtet vorerst lediglich von unserer Haustür weg in unseren Vorgarten verlagert.

Gemeinderat Beringen
Eva Neumann



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